Unter einer Baufinanzierung wird im allgemeinen die Finanzierung der Baukosten sowie die Vor- und Zwischenfinanzierung der endgültigen Baufinanzierung verstanden. Ihr zugrunde liegen zumeist Eigen- und Fremdmittel. Zu den Eigenmitteln zählen sowohl das Eigenkapital (Bausparverträge, Sparguthaben ...) als auch selbst erbrachte Bauleistungen. Das Fremdkapital wird in der Regel von Banken, Sparkassen oder Versicherungsunternehmen in Form von Hypothekendarlehen gewährt. Die Hypothek stellt ein beschränkt dingliches Recht am Grundstück dar. Das bedeutet, dass im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners der Gläubiger das Recht besitzt, sich aus dem Erlös einer Zwangsversteigerung des Grundstücks zu bedienen.
Die Laufzeiten dieser Darlehen betragen bis zu 20 Jahren, wobei die Zinsen je nach Geschmack nach 5-10 Jahren angepasst werden. Hypothekenbanken beleihen bis zu 60% des Beleihungswertes, Bausparkassen bis zu 80% und Geschäftsbanken bis zu 90% des Verkehrswertes. Genügend Bonität des Kunden vorausgesetzt sind auch Refinanzierungen jenseits der 90% Beleihungsgrenze möglich.
Die übliche Form der Baufinanzierung ist das Annuitätendarlehen, bei welchem der Rückzahlungsbetrag bis zu einer möglichen Zinsanpassung konstant bleibt. Lediglich das Verhältnis zwischen Zinszahlung und Tilgung verändert sich. Am Anfang der Laufzeit ist der Zinsanteil sehr hoch, reduziert sich aber mit fortschreitender Tilgung. Daraus ergibt sich der übliche annuitäre Tilgungsverlauf, bei dem sich die Kreditsumme anfänglich nur langsam verringert.
Die Höhe des Zinssatzes hängt maßgäblich von der Laufzeit des Kredites, der Bonität des Kunden, der Wahl des Kreditinstitutes und der Höhe des prozentualen Beleihungswertes ab. Im Normalfall gilt, umso länger die Laufzeit, je schlechter die Bonität, je besser der Service des Kreditinstitutes oder je höher der prozentuale Beleihungswert desto höher der Zins.