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Kreditverkaufsschutz

Seit der Subprime Krise sind viele Hausbesitzer durch Nachrichten über Kreditverkäufe beunruhigt. Diese Situation wird schon von den ersten Banken dazu genutzt, teuere Versicherungen zum Kreditverkaufsschutz dem Kunden anzubieten.

Was das Risiko am Kreditverkauf ist, konnte mir bisher noch niemand erklären. Dem deutschen Kunden, der seine Raten ordnungsgemäß bezahlt hat, droht auch nach dem Kreditverkauf keine Gefahr. Dafür ist eine Versicherung in Höhe von 0,1 bis 0,2 Prozent der Kreditsumme pro Jahr ein hoher Preis.


Diese Art von Forderungsverkäufen ist in der heutigen Zeit üblich geworden. Sie dienen der Bilanzverkürzung, dem Vorziehen von Gewinnen und / oder dem aktiven Portfolio-Management. Im allgemeinen ändert sich dadurch die Kunden-Bank-Beziehung nicht. Die Bank bleibt zumeist nach außen der Ansprechpartner für den Kunden. Dies hat den Vorteil für die Bank, dass etwaige Imageverluste nicht drohen, Nachfolgeaufträge (zugegebener Maßen bei Immobilie eher unwahrscheinlich - jedoch z.B. in der Automobilbranche üblich) nicht gefährdet sind und die Bank für die Kundenbetreuung noch eine Marge kassiert.
Bild: © Markus Hein / PIXELIO

Autor: Stefan
Datum: Dienstag, 22. Januar 2008 22:09
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Finanzierung

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6 Kommentare

  1. 1

    Hallo Stefan,
    du weißt das Risiko eines Kreditverkaufs nicht einzuschätzen? Dann möchte ich Dir und den Lesern hier mal einen kleinen Geschmack dessen geben, was passieren kann.

    Finanzinvestoren und Investmentbanken kaufen günstig Kredite auf, um sie möglichst schnell abzuwickeln. Das bedeutet möglichst viel Geld verdienen, ohne Rücksicht auf die Betroffenen (Kreditnehmer/Bauherren).

    Die verkaufenden Banken entledigen sich so geschickt Problemkredite und risikoreicher Darlehen. Um es einem Kreditaufkäufer auch schmackhaft zu machen werden auch solide Kredite in das Verkaufspaket gepackt. Und damit kommen auch solide Darlehensnehmer ganz schnell unter die Räder. Denn die Hausbank unterliegt keiner Informationspflicht gegenüber dem Kreditnehmer und der stillschweigende Verkauf
    der Kredite ist rechtens (BGH XI ZR 195/05).

    Drei mögliche Szenarien führen ganz schnell in den Ruin.
    Wie das geht? Ganz einfach:

    Einem Kreditaufkäufer geht es nicht um langfristige Kundenbeziehungen, sondern um die schnelle Abwicklung der günstig gekauften Verträge.

    Wer also schon vorher Probleme mit der Tilgung seines Darlehens hatte, dem wird schlicht der Vertrag gekündigt und die Zwangsversteigerung ist die schnelle Konsequenz.

    Doch auch wer bisher regelmäßig seine Raten bezahlt hat und als zahlungskräftig gilt kann schnell vor dem Aus stehen. Ein ganz einfacher Trick wird angewandt, der auch noch rechtens ist. Der Kredit kann als problematisch eingestuft werden, wenn sich die Bonität oder die Sicherheit verschlechtert (Das Haus sinkt im Wert weil die Lage nicht mehr stimmt). Somit sind auch solche soliden Kredite plötzlich kündbar und einer Zwangsversteigerung kann man nicht mehr entgehen.

    Auch ist es möglich, dass der Kreditaufkäufer plötzlich einen höheren Darlehenswert verlangt. Denn die Grundschuld ist nicht an das Darlehen gebunden und kann sofort eingefordert werden. Und auch das bedeutet in den meisten Fällen eine Zwangsversteigerung.

    Soviel also zum Risiko von Kreditverkäufen.
    Damit dürfte Deiner Aussage “Dem deutschen Kunden, der seine Raten ordnungsgemäß bezahlt hat, droht auch nach dem Kreditverkauf keine Gefahr.” das Gegenteil bewiesen sein. Das Risiko ist auf jeden Fall vorhanden.

    Wer einen Baudarlehen abschließt sollte sich ernsthaft überlegen ein Abtretungsverbot mit in den Kreditvertrag aufzunehmen. Das bedeutet zwar ggf. einen etwas höheren Zins, doch ist der Bauherr damit auf der sicheren Seite vor Kreditaufkäufern.
    Doch das muss jeder für sich entscheiden.

    Ich wollte hier nur aufzeigen wie schnell man in den Ruin getrieben werden kann, auch wenn man bisher immer seine Raten pünktlich bezahlt hat.

    Gruß
    Ralf-Peter

  2. 2

    Hallo Ralf-Peter,

    ich habe vor, den Artikel heute abend nochmal zu ergänzen, da ich heute noch einen weiteren Artikel zu diesem Thema bei FAZ.NET gelesen habe. Ich gebe zu, ich würde den Artikel in der Form so nicht mehr schreiben.

    Auch die FAZ spricht von einer Gesetzeslücke bezüglich der Möglichkeiten des Forderungsverkaufes. Speziell wird auf die Möglichkeit eines Forderungsverkaufes bei gleichzeitiger Trennung der Grundschuld von der Sicherungszweckerklärung. Dies könnte eine sofortige Einforderung der Grundschuld nach sich ziehen.
    Heute soll wohl zu diesem Thema eine Anhörung im Finanzausschuss des Bundestages stattfinden, Inhalt dieser Anhörung wird das geplante “Gesetz zur Begrenzung der mit Finanzinvestitionen verbundenen Risiken”.
    Den Artikel hierzu findet man unter: http://www.faz.net/

    Ansonsten vielen Dank erstmal für Deine Einwände! Werde mich heute abend nochmal etwas genauer mit dem Thema befassen.

    Gruß,
    Stefan

  3. 3

    Hi Stefan,
    das ist ja das Gemeina an den Kreditverkäufen. Auf der einen Seite Panikmache und auf der anderen Seite kenne ich niemanden dem das passiert ist.

    Ich gehe mal davon aus, das unsereins bei renomierten Banken halbwegs sicher sein kann nicht irgendwann ein mal Betroffener zu sein. Letztendlich geht es ja auch um den Namen der Bank, wenn das Schule machen würde.

    Gruß
    Ralf-Peter

  4. 4

    Hallo Stefan,

    das mit den Kriegsgewinnlern bei der Angst um den Kreditverkauf habe ich auch gelesen und habs auch schon auf meinem Blog http://baufinanzierungsblog.blogspot.com/ veröffentlicht.
    Was ich aber fast noch schlimmer finde, ist dass noch nicht einmal die ARD vernünftig recherchieren kann, sondern einfach mit unvollständiger Berichterstattung so einen Hype auslöst.
    Die Sparkassen haben mittlerweile eine offizielle Stellungsnahme abgegeben. Du kannst sie unter http://www.sparkasse.de/Aktuell/tv-sendung.html nachlesen. Das ändert aber leider nichts an der besagten Gesetzeslücke.

    Gruß
    Bernd

  5. 5

    Man sollte überlegen, ob so eine Versicherung wirklich sinnvoll ist. Ich finde es gibt andere Wege sich abzusichern: z.B. schon vorher genug Kapital mit in das Bauvorhaben mit einbringen. Die Versicherung belastet letztendlich auch nur.

  6. 6

    [...] Aber was wären Banken, wenn sie sich nicht jedem Bedürfnis der Kunden anpassen würden? Genau und gerade deshalb verkaufen einige Banken dubiose Versicherungen gegen den Weiterverkauf von Krediten. Mehr zum Thema Kreditverkaufsschutz findet ihr im Blog von Zepernicker. [...]

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