Die Qual der Wahl
Eigentlich dachten wir, gut für die meisten Entscheidungsprozesse gerüstet zu sein! Wir wollen ein massives Haus mit einem Satteldach. Es sollte ca. 130 m2 und Fußbodenheizung haben. Was sollte da denn noch schief gehen!?
Mittlerweilen wissen auch wir es besser! Wir sind etwas erschlagen von der Vielzahl an Möglichkeiten und ein klein wenig deprimiert, weil wir diese nicht wirklich bewerten bzw. miteinander vergleichen können. Welcher Laie soll denn wissen, dass ein Massivhaus nicht gleich einem Massivhaus ist? Da hätten wir die Poroton-Ziegel, den Blähton, das Blähglas, Kalksandstein, Porenbeton, Klimaleichtblock … Doch damit nicht genug! Jeder dieser Baustoffe hat natürlich seine spezifischen Vorteile - z.B. den Preis, des weiteren die Tragfähigkeit bzw. Stabilität, die Wärmedämmung, den Schallschutz und den Abtransport von Feuchtigkeit. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich bin schon fast damit überfordert, mir die Namen zu merken :-( Die einzelnen Vorteile der Baustoffe gegeneinander abzuwägen - verzichte ich zugunsten der Wärmedämmung auf Schallschutz und oder den etwas besseren Abtransport von Feuchtigkeit - überfordert mich endgültig!
Neuerdings mache ich mir auch Gedanken über die Vor- und Nachteile von elktrischen und/oder manuellen Rolläden aus Plastik und/oder Aluminium. Energietechnisch gesehen müßte man sich ja der Umwelt zu liebe für die außenseitigen Rolläden entscheiden, da diese die Wärmedämmung der Außenwand nicht mindern. Aber sorry, wie geschmacklich desorientiert muß man denn sein, damit man sich nicht an diesen Wülsten über den Fenstern stört? Zurück zum eigentlichen Thema - Rolläden und die Qual der Wahl! Welche Nachteile haben denn nun die Rolläden aus Plastik? Werden sie in der Sonne vergilben? Bieten sie vor einem Einbrecher keinen Schutz? Wieviel teuerer sind denn Rolläden aus Aluminium? Wann werde ich mich spätestens über meine Wahl für manuelle Rolläden ärgern? Reichen elektrische Rolläden in der unteren Etage?
Last but not least - da sind auch noch die Dachziegel, über deren Beschaffenheit man mit etwas Ahnung sicherlich stundenlang debattieren könnte. Ich habe leider auch die dafür nötigen Kenntnisse nicht. Soll ich nun eine Lehre zum Bauarbeiter nachholen? Ich könnte auch eine kleine Ewigkeit im Internet surfen und versuchen, etwas über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ziegel herauszufinden. Wir wollen eigentlich nichts Besonderes, sie sollten nicht so schnell Moos und Dreck ansetzen und um Himmels willen nicht so stark glänzen in der Sonne. Da gibt es den naturroten Tondachziegel, den engobierten Dachziegel, durchfärbten Dachziegel, den glasierten und den gedämpften Dachziegel. Auserdem sind einige von ihnen aus Ton, andere aus Beton und wiederum welche aus Metall.
Ursprünglich wollten wir immer ein Haus mit einer verklinkerten Außenwand haben. Dank der Einsicht in die Vernunft stellt sich diese Frage momentan nicht mehr. Die zusätzlichen Kosten von 8-10.000 EUR wollen wir uns wohl doch nicht mehr gönnen. Einen Vorteil hat das ganze! Wir brauchen uns keine Gedanken mehr darum machen, welche Außenwand - die verklinkerte oder die verputzte - die Wärme besser im Haus hält!
Langsam gewöhne ich mich daran, dass ich eigentlich mit dem größten Teil der Entscheidungen, die getroffen werden müssen, überfordert bin. Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden!