Fußbodenheizung & Estrich
Die Zeiten, in denen wir vom Baufortschritt regelrecht begeistert waren, sind vorbei! Das kommt aber nicht völlig unerwartet. Ich hatte schon früher von anderen Bauherren gehört, dass man sich nach ca. einem Monat fragte, warum die Firma 6 Monate Bauzeit veranschlagt hat, wo doch alles so schnell funktioniert!? Dies liegt unter anderem daran, dass wir jetzt ca. 3 Wochen warten müssen, bis der Estrich ausgehärtet ist. Und damit sind wir endlich beim Thema :-)
Der heutige Bericht ist den Themen Fußbodenheizung und Estrich gewidmet. Anfang letzter Woche kamen die Heizungsinstallateure und fingen an, den Fußboden zu dämmen und die Heizung zu verlegen. Wie ich schon des öfteren berichtet hatte, haben wir ein zusätzliches Wärmedämmpaket bei HvH geordert. Dies hatte damals 5.000 € gekostet und sollte 30-40% Heizkosten sparen und sich nach unserer Kalkulation basierend auf den Preisen von 2007 innerhalb von 12 Jahren amortisieren!? Nun, dank der Gaspreisentwicklung, ist die Amortisation wohl eher auf 8 Jahre geschrumpft, was aber wohl kein Grund zur Freude ist :-(
Durch die zusätzliche Wärmedämmung ist unser Fußboden um ca. 7 cm höher als üblich, damit schrumpft leider die Raumhöhe. Der Hauptteil wird durch eine 5 cm dicke, zusätzliche Polystyrol-Schicht verursacht. Diese kommt nach ganz unten und ist der Grund dafür (zusammen mit der üblichen 5 cm Schicht), dass man von schwimmend gelagertem Estrich spricht. Er ist nicht fest mit der Bodenplatte verbunden, sondern sitzt „schwimmend“ auf dem Polystyrol, welches das Haus nach unten vor Wärmeverlusten schützt.
Die einzige Ausnahme bildet der Quadratmeter, welcher für den Kamin reserviert ist. Auf Grund des hohen Gewichtes ist es ratsam, die Stelle unter dem Kamin, da wo die Hauptlast sitzt, nicht schwimmend zu lagern.
Unsere Fußbodenheizung – nunmehr völlig bedeckt vom Estrich – ist nicht mehr zu sehen. Und so soll es auch bleiben. Ich bin zwar interessiert an der Technik des Hauses, aber es gibt Dinge, die sollen einfach funktionieren. Die Heizung gehört dazu. Wir haben uns für eine Fußbodenheizung entschieden, weil wir keine Heizkörper sehen wollen. Das Haus soll warm sein, mehr interessiert mich nicht! Ich will sie nicht mehr sehen, ich will mich auch nicht mehr darum kümmern müssen – toi, toi, toi.
Ein netter Nebeneffekt der Fußbodenheizung ist, dass sie sehr gut mit einer Gas-Brennwerttherme harmoniert. Diese funktioniert nämlich am effizientesten mit einer niedrigen Vorlauftemperatur und die ist bei einer Fußbodenheizung gegeben. Außerdem hoffen wir so, später leichter auf eine neuere Heiztechnik wechseln zu können – z.B. auf Erdwärme!?
Nächste Woche wird damit begonnen, die Heizung langsam hoch zu heizen. Insgesamt dauert der Vorgang 10 Tage. Man heizt den Estrich 5 Tage hoch und verringert dann langsam wieder die Hitze. Dies dient - neben dem Lüften - dem Trocknungsprozess.
Zu guter Letzt noch ein Tipp, ich kann nur jedem empfehlen, die Verlegung der Schläuche für die Heizung ordentlich zu dokumentieren – sprich zu fotografieren. Falls die Folie, welche als Unterlage dient, nicht mit Maßen gekennzeichnet ist – bei uns war alle 10 cm ein weißer Punkt, sollte man als Maßstab immer einen Zollstock mit ins Bild legen. Ansonsten werden Sie bei Ihrer nächsten Bohrung in den Fußboden Blut und Wasser schwitzen. Übrigens Tipps zum Selbermachen gibt es bei Heimwerker-Tipps.
Bild: © Stefan Knappe / Hobby-Fotografie
Freitag, 27. August 2010 11:22
Hallo Stefan,
ich bin auf deine Seit gestossen und muss sagen alle Achtung was du dir hier hier für Mühe gibst.
Man merkt das du dich als Bauherr mit allen Einzelheiten vertraut machst und gute Tips gibst.
Ich habe selbst eine Sanitär/Heizungsfirma und kenne mich deshalb auch gut aus. Wie man auf deinem Foto erkennen kann ist es fachkundig gearbeitet (Rasterfolie und schön gleichmäßig verlegt)
Ein grosser Vorteil der Fussbodenheizung ist natürlich die Heizkosteneinsparung und keine störenden Heizkörper was gegen die Nachteile auf jeden Fall überwiegt.
Deinen Tip alles zu fotografieren würde ich sogar als Muss ansehen. Immer gleich mehrere Fotos aus verschiedenen Perspektiven machen.
Gruss aus Berlin,
Micha