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Blower-Door-Test

Über den Blower-Door-Test hat man ja schon viel im Fernsehen gesehen - zumeist im Zusammenhang mit totalem Baupfusch - Gutachter und Rechtsanwälte in Gummistiefeln und gelben Bauhelmen auf dem Kopf auf der Suche nach der Ursache von Schimmel und feuchten Wänden. Ein Szenario, das sich keiner wünscht und das wir auch so nicht kennengelernt haben - Gott sei dank :-)

Für mich stand schon vor dem Bau fest, dass ich diesen Test machen lassen möchte, weil ich mir als Laie vorstelle, dass viele Formen von Baupfusch spätestens hier offensichtlich werden und lokalisiert werden können. Beim Blower-Door-Test wird dem Haus die Luft rausgepustet bzw. es wird aufgepustet. Nachdem man ein bestimmtes Niveau erreicht hat, wird mittels eines Laptops geprüft, wie schnell sich der Innendruck des Hauses wieder normalisiert. Spätestens hier wird klar, ob alle Fenster eingebaut wurden ;-) Was mir bis heute nicht ganz klar ist, wann eigentlich der richtige Zeitpunkt für den Blower-Door-Test ist!? Wir machten ihn kurz bevor wir eingezogen sind.



Der Test beginnt mit dem Abkleben aller bewußt gelassenen Löcher - z.B. die Zuführung zum Schornstein, die Schläuche für die Warmwasseraufbereitung (Solaranlage), die sind bei uns offen, da wir die Solaranlage nur vorbereiten ließen. Nachdem dies abgeschlossen war, begann unsere Bauleiterin von HvH mittels eines großen Propellers, der in einer Terassentür eingelassen war, das Haus leer zu pumpen.

Unser Baubetreuer sagte uns, dass der Wert des Blower-Door-Testes definitiv unter 3 liegen muss. Ab einem Wert von 2 kann man wohl von einem guten Hausbau reden. Aber die Meßlatte wurde von unseren Bekannten, sie bauten zur selben Zeit, sehr hoch gelegt - ihr Haus erreichte 0,9.

Unsere Bauarbeiter hatten sich wohl auch viel Mühe gegeben. Unser Haus erzielte einen gemittelten Wert, es waren insgesammt 6 Messungen, von 0,76. Dies ist schon ein sehr guter Wert. Man sagt, dass Passivhäuser einen Wert von 0,1 bis 0,6 haben und Niedrigenergiehäuser Werte zwischen 1 und 2. Was hat man nun davon? Zum einen ein gutes Gefühl, da ja offensichtlich keine großen Ritzen im Haus sind. Zum anderen bedeutet dies, da die Heizkosten sich wohl im Griff halten lassen!? Und zu guter letzt bedeutet dies, dass wir sehr häufig lüften müssen :-(



Übrigens noch ein Satz zu den Kosten. Ich glaube so ein Test kostet zwischen 300 und 500 Euro. Unsere Bekannten haben 450 Euro bezahlt. Heinz von Heiden hat diesen Test bei uns kostenlos durchgeführt! Allerdings mußten wir HvH erst darauf ansprechen, von alleine haben sie ihn nicht angeboten. Dennoch, ein guter Service!

Autor: Stefan
Datum: Montag, 8. Dezember 2008 23:04
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Energie, Hausbau, Kosten

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3 Kommentare

  1. 1

    Guten Tag.
    Von solch einem Test habe ich noch nichts gehört. Erstmal ein großes Dankeschön für die Informationen. Dass man mittels Luftdruck bzw. deren Abfall das heraus finden kann klingt logisch, nur wäre ich nie drauf gekommen. Aber gut zu wissen dass man drauf ansprechen mus. Danke nochmal. LG M.

  2. 2

    Hi Marcel,

    ja, als Bauherr ist man gezwungen ständig neue Dinge zu erlernen :-) Aber wichtig ist wohl in der Tat, dass man die Firmen auf diesen Test ansprechen sollte - am besten natürlich bevor man den Vertrag unterschreibt! Dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass man ihn umsonst bekommt!?

    Gruß,
    Stefan

  3. 3

    Leider sieht man ja sehr oft, dass Firmen nicht so arbeiten, wie sie sollten. Gestern erst wieder im Fernsehen gesehen, welch Aufwand an Bürokratie und Reparatur nötig ist und ob man immer sein Recht bekommt, ist auch nicht sicher. Das kann bis an die Existenz gehen.
    Test können sicher helfen, aber sich vorher über die Firmen Referenzen einholen, wird wohl auch Risiken abmildern.

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